Thème de l'année

Welcher Mensch kennt nicht die Situation, in der man sich fragt: „Wie soll ich das schaffen?".  Der Kopf wird schwer, man wird mut- und kraftlos und möchte am liebsten den Kopf hängen lassen und man denkt vielleicht darüber nach zu resignieren. Gerade in diesen Situationen tut es gut, wenn man Zuspruch erhält von Freunden oder der Familie, die einem in diesen schwierigen Moment vermitteln, dass sie einen unterstützen und daran glauben, dass man die Situation doch noch meistert. Ihre Hauptbotschaft ist: „Hab keine Angst, gib nicht auf, wir glauben an dich."

Das Jahresthema des Schuljahres 2017/18 lautet: „Ech gleewen un dech".

Der Akt des Glaubens ist ein sehr persönlicher Akt, den niemand an der Stelle eines anderen vollziehen kann. Es ist ein Akt des Vertrauens in einen Menschen, oder in den Religionen an eine höhere Macht, an einen Gott. Es ist ein Akt, der mit einem Minimum an Wissen einhergeht. Es ist ein Akt, der uns immer wieder herausfordert, uns neuen Begebenheiten und Fragen zu stellen und unsere Meinung, respektive unser Wissen immer neu zu hinterfragen und zu überprüfen.

Zu glauben ist nicht einfach, da der Glaube kein Schulbuchwissen ist, und er daher auch immer wieder mit Zweifel verbunden ist. Manchmal glaubt man mit seinem Glauben ins Leere zu laufen, weil man meint keine Beweise für seine Richtigkeit zu finden. Diese Zweifel sind jedoch wichtig, um sich immer wieder zu fragen, ob man sich noch auf dem richtigen Weg befindet und ob die angestrebten Ziele überhaupt realisierbar sind. Manchmal ist man auch der Verzweiflung nahe, weil die Zweifel an einem nagen und man in Gefahr gerät den Glauben an etwas oder an jemanden zu verlieren.

Zu glauben ist also keineswegs selbstverständlich, es ist eine große Herausforderung für die gesamte Schulgemeinschaft.

An jemanden zu glauben bedeutet ihn zu motivieren sich neuen Herausforderungen zu stellen und daran zu wachsen. An jemanden zu glauben bedeutet ihm den Rahmen zu schaffen, in dem er sich frei und offen entfalten kann, ohne Angst haben zu müssen verurteilt zu werden. An jemanden zu glauben bedeutet den Mitmenschen ernst zu nehmen, ihn als Individuum zu akzeptieren mit seinen Stärken und Schwächen. An jemanden zu glauben bedeutet ihn auf seinem Weg zu begleiten, ohne ihm seine eigenen Sichtweisen aufzudrängen.  An jemanden zu glauben bedeutet zu vertrauen, dass das, was er anpackt, doch schlussendlich gut wird, auch wenn das Ziel manchmal über viele Umwege erreicht wird. An jemanden zu glauben ist ein Engagement, das von einem fordert sich selbst zurück zu nehmen und den anderen wachsen zu lassen. An jemanden zu glauben bedeutet auch dessen Ängste, Sorgen und Zweifel ernst zu nehmen und zu versuchen ihm diese zu nehmen, sodass er schlussendlich doch die Hindernisse überwindet und seine Ziele realisiert. An jemanden zu glauben bedeutet ihm in allen Situationen Mut zuzusprechen und Kraft zu schenken, dass er an sich selbst glaubt und seine Ziele nicht aus den Augen verliert.

An jemanden zu glauben ist die Erkenntnis, dass jeder Mensch zu etwas fähig ist. Wir müssen etwas tun um die verschiedenen Talente zu entdecken und zu entfalten, denn jeder Mensch hat Fähigkeiten, die er in die Gesellschaft einbringen kann.  Jeder Mensch hat besondere Talente, die ihn einzigartig machen.

Für die Mitglieder der Aumônerie ist es auch wichtig, dass die religiöse Dimension des Glaubens nicht vergessen wird: Der Glaube an den dreieinigen Gott. Die Fähigkeiten des Menschen ermöglichen ihm, die Existenz eines persönlichen Gottes zu erkennen. Damit aber der Mensch in eine Beziehung der Vertrautheit mit Gott eintreten kann, wollte dieser sich dem Menschen offenbaren und ihm die Gnade geben diese Offenbarung im Glauben annehmen zu können (KKK 35-36)

Bildergebnis für Gott begleitet mich

Die Bibel erzählt davon, wie Gott den Menschen nach seinem Bild erschaffen hat, wie er ihn kennt und wie er ihm seine Schöpfung anvertraut. Sie erzählt davon, wie Gott den Menschen trotz seiner Zweifel und Fehler begleitet, ihm seinen Segen schenkt und ihn liebt.  Die Liebe Gottes ist dabei wie eine Hand, an der sich der Mensch festhalten kann, wie ein Licht, das in der Nacht leuchtet und uns den Weg zeigt.

Gott traut dem Menschen dabei viel zu. Er hat ihn als ein vernunftbegabtes Wesen geschaffen, das seine eigenen Entscheidungen treffen kann. Er akzeptiert dabei auch, dass der Mensch auch von seinem Weg abkommen kann. Und doch gibt Jesus in den Evangelien des Neuen Testaments zahlreiche Beispiele, wie Gott den Menschen vergibt, die einen Fehler begangen haben, oder wie die Bibel es nennt, die gesündigt haben.  An diesem Gott müssen gläubige Christen sich auch in den Werken der Nächstenliebe orientieren. So wie Gott den Menschen viel zutraut und an sie glaubt und sie trotz ihrer Fehler nicht fallen lässt, dürfen auch wir an uns und besonders an unsere Mitmenschen glauben. 

ANDRE Sacha (Ecole Privée Sainte-Anne Ettelbrück)